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Zürich Reiseführer 2026

Zürich Reiseführer 2026

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Last updated: 2026-12-31

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Zürich Reiseführer 2026

🏰 Die Altstadt und das historische Erbe

Die Limmat teilt Zürichs Altstadt in zwei historische Bereiche: Auf der rechten Seite liegt das Niederdorf mit seinen mittelalterlichen Gassen, auf der linken der Lindenhügel, auf dem einst das römische Turicum stand — eine Zollstation aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Reste des römischen Kastells sind noch heute sichtbar. Diese Schichtung von zweitausend Jahren Stadtgeschichte macht das Herz Zürichs zu einem der dichtesten historischen Stadtgefüge der Schweiz.

  • Grossmünster: Die romanische Kathedrale mit ihren markanten Zwillingstürmen wurde zwischen 1100 und 1220 erbaut. Der Überlieferung nach geht ihre Gründung auf Karl den Großen zurück, der hier das Grab der Märtyrer Felix und Regula entdeckt haben soll. Historisch bedeutsamer ist ein späteres Datum: Am 1. Januar 1519 begann Huldrych Zwingli hier seine Predigttätigkeit und löste damit die Schweizer Reformation aus. Die Türme sind bis heute das bekannteste Wahrzeichen der Stadt.
  • Fraumünster: Die ehemalige Benediktinerinnen-Abtei auf der linken Limmatseite ist weltberühmt für ihre Buntglasfenster, die Marc Chagall 1970 schuf. Die fünf Chorfenster in leuchtendem Blau, Rot und Grün zeigen Motive aus dem Alten und Neuen Testament und sind ein Hauptanziehungspunkt der Stadt.
  • Niederdorf: Das mittelalterliche Viertel auf der rechten Limmatseite bietet enge Kopfsteingassen, kleine Buchhandlungen, Weinstuben und eine lebhafte Kneipenszene — und abseits der Hauptgassen immer wieder ruhige Höfe und Winkel, die vom touristischen Betrieb kaum berührt sind.
  • Rathaus: Das Renaissance-Rathaus von 1698, direkt über dem Wasser der Limmat gebaut, ist eines der schönsten seiner Art in der Schweiz und beherbergt noch heute den Kantonsrat.

🏦 Bahnhofstrasse und Finanzplatz

Die Bahnhofstrasse erstreckt sich 1,4 Kilometer vom Hauptbahnhof bis zum Zürichsee und gilt als eine der teuersten Einkaufsstraßen der Welt — in einer Reihe mit der Fifth Avenue in New York und den Champs-Élysées in Paris. Unter dem Straßenpflaster sollen sich Tresore befinden, in denen ein erheblicher Teil der Schweizer Goldreserven lagert. Wahr ist, dass die großen Banken hier unterirdische Tresore betreiben — eine passende Kulisse für eine Stadt, die der größte Finanzplatz auf dem europäischen Kontinent ist.

Zürich ist Heimat der UBS, die 2023 in einer staatlich vermittelten Notfusion die zusammengebrochene Credit Suisse übernahm. Der Paradeplatz, umgeben von den Hauptsitzen der wichtigsten Schweizer Banken, ist so etwas wie das symbolische Zentrum des Schweizer Finanzsystems. Die Schweizer Bankgeheimnis-Gesetze, die Zürich seinen Ruf als diskretes Finanzzentrum einbrachten, gehen auf das Jahr 1934 zurück.

🎨 Kunsthaus Zürich und Museen

  • Kunsthaus Zürich: Das größte Kunstmuseum der Schweiz erhielt 2021 einen Erweiterungsbau nach Entwürfen von David Chipperfield, der die Ausstellungsfläche verdoppelte. Die Sammlung enthält die größte Kollektion von Werken des norwegischen Malers Edvard Munch außerhalb Norwegens — sowie bedeutende Werke von Alberto Giacometti, der im Kanton Graubünden geboren wurde. Die Verbindung zwischen den beiden Gebäuden unterquert die Heimplatz-Straße durch einen unterirdischen Gang.
  • Landesmuseum (Schweizerisches Nationalmuseum): Das burgähnliche Gebäude direkt neben dem Hauptbahnhof, 1898 eröffnet, beherbergt Sammlungen zur Geschichte und Kulturgeschichte der Schweiz von der Urgeschichte bis zur Gegenwart.
  • Museum Rietberg: Außereuropäische Kunst — aus Asien, Afrika, Ozeanien und dem Amerika der vorkolonialen Zeit — in einer prächtigen Gründerzeitvilla im Rieterpark, ergänzt durch einen modernen Untergeschoss-Erweiterungsbau.

🏔️ Zürichsee und städtische Natur

Der 28 Kilometer lange Zürichsee erstreckt sich südostwärts aus der Stadt heraus und ist im Sommer das Zentrum des Zürcher Freizeitlebens. Die Stadt verfügt über mehr als 18 öffentliche Badeanstalten, die hier schlicht Badi genannt werden. Zwei davon — das Seebad Enge und das Seebad Utoquai — sind historische viktorianische Badeanstalten aus dem späten 19. Jahrhundert, die bis heute in Betrieb sind und bei sommerlicher Hitze von Einheimischen förmlich gestürmt werden. Am Zürichhorn, einem Parkgelände am Seeufer, steht Jean Tinguelys kinetische Skulptur „Heureka” von 1964.

Der Uetliberg — Zürichs Hausberg auf 870 Metern Höhe — ist mit dem Zug in 20 Minuten vom Hauptbahnhof zu erreichen und bietet einen weiten Blick über die Stadt, den See und bei klarem Wetter bis zu den Alpen.

🍽️ Schweizer Küche und Kulinarik

  • Zürcher Geschnetzeltes: Dünne Streifen vom Kalbfleisch in einer Rahmsauce mit Weißwein und Zitrone, serviert auf einem Bett von Rösti — dieses Gericht gilt als Zürichs kulinarische Spezialität und soll in der Stadt erfunden worden sein. Es steht in praktisch jedem traditionellen Zürcher Restaurant auf der Karte.
  • Fondue: Das Käsefondue erlangte seinen Status als Schweizer Nationalgericht nicht ganz ohne Nachhilfe: Die Schweizer Tourismusbehörden förderten das Gericht in den 1930er- und 1940er-Jahren gezielt, um die Schweiz als kulinarische Marke zu stärken. Heute ist es aus dem Winterangebot keiner Zürcher Gaststätte wegzudenken.
  • Lindt-Schokolade: Die Lindt & Sprüngli-Fabrik befindet sich in Kilchberg, einem Dorf acht Kilometer südlich der Stadtgrenze. Die Manufaktur wurde 1845 gegründet. Das dortige Schokoladenmuseum ist für Besucher geöffnet — und der angeschlossene Werksladen zieht Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.

### 🚇 Praktischer Reiseratgeber Zürich
  • Beste Reisezeit: Der Sommer (Juni bis August) ist ideal für den See und das Stadtleben im Freien. Im Winter ist Zürich stimmungsvoll und bietet Zugang zu den nahe gelegenen Skigebieten; die Weihnachtsmärkte am Hauptbahnhof und am Bellevue sind einen Besuch wert.
  • Fortbewegung: Das ZVV-Netz aus Tram, S-Bahn und Bus ist eines der dichtesten und zuverlässigsten öffentlichen Verkehrsnetze der Welt. Eine Tageskarte für Zürich (Zonen 110) deckt alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt ab.
  • Kosten: Zürich gehört zu den teuersten Städten Europas. Ein einfaches Mittagessen im Restaurant kostet leicht 25–35 Franken, ein Bier im Ausgehviertel 8–10 Franken. Wer sparen möchte, kauft im Supermarkt (Migros oder Coop) und nutzt die kostenlosen Seebäder im Sommer.
  • Sprache: Zürich ist deutschsprachig — im Alltag spricht man Schweizerdeutsch, einen Dialekt, der für Nicht-Schweizer kaum verständlich ist. Hochdeutsch und Englisch werden im Tourismusbereich überall verstanden.