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Salzburg Reiseführer 2026

Salzburg Reiseführer 2026

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Last updated: 2026-12-31

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Salzburg Reiseführer 2026

🏰 Festung Hohensalzburg & Historische Stätten

Salzburg ist eine der am besten erhaltenen Barockstädte nördlich der Alpen — 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Altstadt mit ihrer Getreidegasse, den handgemalten Zunftschildern und den engen Durchhöfen wirkt wie ein Stadtbild aus dem 18. Jahrhundert, das einfach weiterbenutzt wird.

  • Festung Hohensalzburg: Erzbischof Gebhard von Helffenstein ließ die Festung ab 1077 bauen. Sie wurde seither erweitert, aber nie eingenommen — eine der wenigen mittelalterlichen Großburgen Europas, die vollständig erhalten und nie durch Kriegseinwirkung zerstört wurde. Die Festungsbahn (Standseilbahn) fährt vom Altstadtrand hinauf; wer zu Fuß geht, braucht rund 20 Minuten. Im Inneren gibt es ein Marionettentheater mit Vorstellungen.
  • Salzburger Dom (Dom zu Salzburg): Der Barockdom wurde 1628 geweiht — ein Neubau nach dem Dreißigjährigen Krieg auf den Fundamenten älterer Vorgänger. Wolfgang Amadeus Mozart wurde hier am 28. Januar 1756 getauft, einen Tag nach seiner Geburt. Das Taufbecken steht noch an seinem ursprünglichen Platz. Im Sommer dient der Domplatz als Freilichtbühne: Seit 1920 wird hier Jedermann aufgeführt, jährlich eröffnet er die Salzburger Festspiele.
  • Residenz (Alte Residenz): Die frühere Residenz der Fürsterzbischöfe mit ihren prunkvollen Staatsgemächern grenzt direkt an den Domplatz. Der Residenzplatz selbst ist der größte Platz der Altstadt und Ausgangspunkt für viele Spaziergänge durch das historische Zentrum.
  • Stift Nonnberg: Das Benediktinerinnenkloster auf dem Nonnberg wurde 714 n. Chr. gegründet und ist das älteste noch kontinuierlich bewohnte Frauenkloster nördlich der Alpen. Für viele Besucher bekannt als Marias Kloster in The Sound of Music — aber das Stift ist weit älter als der Film.

🎼 Mozart-Erbe & Musik

Mozart wurde am 27. Januar 1756 in der Getreidegasse 9 geboren und starb 1791 in Wien im Alter von 35 Jahren. In diesen 35 Jahren entstanden über 600 Werke. Salzburg war seine Heimat für die ersten 25 Lebensjahre — eine ambivalente: Er liebte die Musik, hasste den Dienst beim Erzbischof und verließ die Stadt schließlich mit einem berühmten Konflikt als Abschluss.

  • Mozarts Geburtshaus: Das gelbe Haus in der Getreidegasse 9 ist heute ein Museum. Zu sehen sind Instrumente, Porträts, Manuskripte und die rekonstruierten Wohnräume der Familie. Der Andrang ist groß; frühe Besuchszeiten lohnen sich.
  • Mozarts Wohnhaus: Von 1773 bis 1780 lebte die Familie Mozart am Makartplatz — dem heutigen Mozartwohnhaus. Das Clavichord, das Mozart zum Komponieren nutzte, ist ausgestellt.
  • Mirabell Palace und Marble Hall: Der Mirabellpalast wurde 1606 erbaut und nach einem Brand 1818 neu errichtet. Im Marmorsaal spielte der junge Mozart für den Salzburger Adel. Heute finden hier regelmäßig Kammerkonzerte statt — der Saal gilt wegen seiner Proportionen als einer der schönsten Konzerträume Österreichs.
  • Salzburger Festspiele: 1920 von Richard Strauss, Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt gegründet. Seither findet das Festival jeden Sommer im Juli und August statt. Jedermann — das mittelalterliche Moralstück in Hofmannsthals Bearbeitung — wird seit der Gründung auf dem Domplatz gespielt. Karten für Hauptveranstaltungen sind oft ein Jahr im Voraus ausverkauft.

🎬 Sound of Music & Drehorte

Der Film entstand 1964 in Salzburg und Umgebung — und hat das Bild der Stadt für Millionen von Besuchern geprägt, manchmal sehr zum Amüsement der Salzburger selbst, die mit dem Film eine deutlich nüchternere Beziehung haben als Touristen aus Amerika oder Australien.

  • Mirabell Gardens: Die Gartenanlage vor dem Mirabellpalast war Kulisse für die “Do Re Mi”-Sequenz. Der Pegasusbrunnen, die Heckenlabyrinthe und die Treppen mit Blick auf die Festung sind auch abseits des Films einen Besuch wert.
  • Schloss Hellbrunn: Erzbischof Markus Sittikus ließ den Lustpalast 1612–1615 als Sommerresidenz bauen — nicht zum Schlafen, sondern zum Feiern. Die berühmten Wasserspiele (Wasserspiele Hellbrunn) sind versteckte Wasserdüsen in Steinsitzen, Tischen und Statuen, mit denen der Erzbischof unvorbereitete Gäste durchnässte. Der Pavillon, in dem im Film “Sixteen Going on Seventeen” gesungen wird, steht noch auf dem Schlossgelände.
  • Stift Nonnberg: Nonnberg Abbey diente im Film als Marias Kloster — und ist, wie erwähnt, eines der ältesten Klöster Europas.
  • Mondsee Kirche: Die Hochzeitsszene wurde nicht in Salzburg gedreht, sondern in der Michaelskirche in Mondsee, rund 30 Kilometer entfernt. Wer alle Drehorte sehen möchte, muss auch dorthin fahren.

🏔️ Alpine Landschaft & Natur

  • Untersberg: Der markanteste Berg im Blickfeld der Stadt. Von Salzburg aus mit dem Bus zum Talbahnhof, dann Gondelbahn auf knapp 1.800 Meter. Der Gipfel bietet Rundblicke auf die Berchtesgadener Alpen und hinunter auf Salzburg.
  • Salzach-Spaziergänge: Der Fluss teilt die Stadt in Altstadt (links) und Neustadt (rechts). Der Weg entlang der Salzach verbindet die wichtigsten Stadtteile ohne Straßenverkehr.
  • Nationalpark Berchtesgaden: Jenseits der deutschen Grenze, rund eine Stunde entfernt, liegt der Königssee — ein Gletschersee mit Elektrobooten und Bootsfahrten zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Ein Tagesausflug, der sich lohnt.

🍫 Lokale Spezialitäten & Märkte

  • Mozartkugeln: Der Konditor Paul Fürst erfand die Mozartkugel 1890: ein Kern aus Pistazienmarzipan, umhüllt von Nougat und dunkler Schokolade, von Hand gerollt und an einem Ende offen — ohne Folie. Die originalen “Echten Salzburger Mozartkugeln” werden noch heute von Hand im Café Fürst hergestellt und sind nicht lange haltbar. Die in Silber-Rot-Folie verpackten Varianten in Supermärkten und Souvenirläden stammen von industriellen Herstellern und haben mit dem Original nur den Namen gemein.
  • Salzburger Nockerl: Das Soufflé-Dessert aus geschlagenem Eiweiß, serviert in drei Hügeln, die symbolisch die drei Salzburger Stadtberge darstellen sollen — Mönchsberg, Festungsberg und Kapuzinerberg. Es wird direkt aus dem Ofen an den Tisch gebracht und muss sofort gegessen werden, bevor es zusammenfällt. In den meisten traditionellen Salzburger Restaurants zu haben.
  • Österreichische Alltagsküche: Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Käsespätzle und regionale Würste bestimmen die Speisekarten der Gasthäuser. Die Märkte — besonders der Grünmarkt am Universitätsplatz — bieten morgens frische Waren direkt von Bauern aus der Region.
  • Weihnachtsmärkte: Der Christkindlmarkt auf dem Domplatz und der Markt auf dem Residenzplatz gehören zu den ältesten und schönsten in Österreich. Anders als viele größere Märkte sind sie räumlich begrenzt und atmosphärisch dicht.

🎭 Kulturelle Einrichtungen & Museen

  • Salzburg Museum: Untergebracht in der Neuen Residenz am Mozartplatz, dokumentiert das Museum die Stadtgeschichte von der Urzeit bis zur Gegenwart, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Barock.
  • DomQuartier Salzburg: Ein Rundgang durch Dom, Residenz und angrenzende Räume mit religiöser Kunst, Skulpturen und Gemälden, der die räumliche und historische Verbindung zwischen Kirchenmacht und weltlicher Herrschaft in Salzburg zeigt.
  • Museum der Moderne: Zeitgenössische Kunst auf dem Mönchsberg, erreichbar mit dem Lift durch den Felsen. Das Gebäude selbst — ein moderner Kubus auf mittelalterlichen Mauern — ist ein eigenes Thema.

🚇 Praktischer Salzburg-Reiseführer

  • Beste Reisezeit: Juli und August für die Festspiele — aber auch die überfülltesten und teuersten Wochen des Jahres. Dezember für die Weihnachtsmärkte und eine verschneite Altstadt. Frühling und Herbst sind ruhiger, mit mildem Wetter und vollen Museen ohne Warteschlangen.
  • Fortbewegung: Die Altstadt ist kompakt und zu Fuß gut erschließbar. Ein Tageskarte für das Busnetz lohnt sich für Ausflüge nach Hellbrunn oder an den Stadtrand. Für Berchtesgaden und Mondsee braucht man ein Auto oder eine geführte Tour.
  • Festspiele-Tickets: Frühzeitig buchen — populäre Vorstellungen sind oft ein Jahr im Voraus ausverkauft. Die Festspiele bieten auch günstigere Kammerkonzerte und Matineen an.
  • Sicherheit & Etikette: Salzburg ist eine sehr sichere Stadt. In Kirchen und beim Besuch des Stifts Nonnberg auf angemessene Kleidung achten. Beim Jedermann auf dem Domplatz herrscht festliche Stimmung, aber keine lockere Caféhaus-Atmosphäre.
  • Kosten: Günstiger als Wien, aber während der Festspiele steigen Hotelpreise erheblich. Tagbudget ohne Festspieltickets: 80–150 €. Viele Kirchen und Klöster sind kostenlos oder gegen kleines Entgelt zugänglich.
  • Sprache: Deutsch. In touristischen Bereichen, Museen und Hotels wird Englisch gut gesprochen. Österreichisches Deutsch hat eigene Ausdrücke — “Servus” als Gruß ist alltäglich.
  • Zeitzone: Mitteleuropäische Zeit (MEZ), UTC+1. Sommerzeit (MESZ, UTC+2) von Ende März bis Ende Oktober.