🏰 Ikonische Wahrzeichen und Königliches Erbe
Londons bekannteste Bauwerke entstanden in einer Zeit, als das Britische Empire ein Viertel der Erdoberfläche beherrschte – und jedes Gebäude erzählt etwas darüber, wie die Stadt Macht, Glauben und Staatlichkeit architektonisch in Szene gesetzt hat.
- Big Ben und Houses of Parliament: Der offizielle Name des Uhrturms lautet Elizabeth Tower – „Big Ben” bezeichnet eigentlich nur die 13,7 Tonnen schwere Glocke im Inneren. Der 96 Meter hohe Turm wurde 1859 fertiggestellt und ist ein Meisterwerk des neugotischen Stils nach Plänen von Charles Barry und Augustus Pugin. Zwischen 2017 und 2022 wurde der Turm umfassend restauriert; seitdem erklingt das berühmte Viertelstundenschlagen wieder pünktlich. Der angrenzende Palace of Westminster, in dem das britische Unterhaus und Oberhaus tagen, ist das Ergebnis eines Wiederaufbaus nach dem Brand von 1834 – das mittelalterliche Westminster Hall aus dem Jahr 1097 überstand die Flammen und ist das älteste erhaltene Teil des Komplexes.
- Tower of London: Wilhelms des Eroberers weiße Festung – der White Tower – wurde um 1078 erbaut und gehört damit zu den ältesten erhaltenen Bauwerken Londons. Über neun Jahrhunderte diente der Tower als königliche Residenz, Staatsgefängnis, Münzprägestätte, Zoo und Rüstkammer. Anne Boleyn, Thomas More und Rudolf Heß waren unter den berühmtesten Gefangenen. Heute verwahrt der Tower die Kronjuwelen, darunter den Cullinan-Diamanten (530 Karat), den größten geschliffenen Diamanten der Welt. Die sechs Raben, die per königlichem Dekret stets im Tower gehalten werden müssen, sind jeweils beim Yeoman Warder namentlich registriert – der Legende nach fällt das Königreich, wenn sie den Tower verlassen.
- Buckingham Palace: Der Palast war ursprünglich ein Stadthaus des Duke of Buckingham (erbaut 1703) und wurde erst 1837 unter Königin Victoria zur offiziellen Londoner Residenz des Monarchen. Der heute sichtbare Ostflügel mit der berühmten Fassade stammt von 1913. Die Wachablösung – „Changing the Guard” – findet von Mai bis Juli täglich statt, sonst an geraden Tagen; Einlass empfiehlt sich 45 Minuten vor Beginn. Während der Sommermonate (August und September) öffnen die 19 State Rooms, in denen Gemälde von Rembrandt, Rubens und Canaletto hängen, für Besucher.
- Westminster Abbey: Seit der Krönung Wilhelms des Eroberers am 25. Dezember 1066 wurden hier fast alle englischen und britischen Monarchen gekrönt. Der heutige gotische Bau geht auf das 13. Jahrhundert zurück; Heinrich III. ließ ihn zu Ehren von Eduard dem Bekenner errichten. In der Poet’s Corner liegen Geoffrey Chaucer, Charles Dickens, Thomas Hardy und Rudyard Kipling begraben, während Isaac Newton und Charles Darwin in den Hauptschiffen ruhen. Das Grab des Unbekannten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg liegt am Eingang des Mittelschiffs und ist eines der wenigen Gräber in der Abtei, das man nicht betreten darf.
- London Eye: Das 135 Meter hohe Riesenrad wurde im März 2000 eröffnet und war zum damaligen Zeitpunkt das größte Riesenrad der Welt. Die 32 vollständig verglasten Gondeln fassen jeweils bis zu 25 Personen; eine vollständige Umdrehung dauert rund 30 Minuten. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zu 40 Kilometer – bis Windsor Castle und manchmal sogar bis in die North Downs. Das Rad steht auf dem Südufer der Themse direkt gegenüber dem Palace of Westminster, was es zu einem der meistfotografierten Panoramapunkte der Stadt macht.
🎨 Weltklasse-Museen und Galerien
London ist die einzige Stadt der Welt, in der man an einem einzigen Tag das British Museum, die National Gallery und die Tate Modern besuchen kann – alle drei gratis. Diese Dichte an erstklassigen, öffentlich geförderten Sammlungen hat historische Wurzeln: Viele Objekte wurden im 18. und 19. Jahrhundert im Rahmen britischer Kolonial- und Welthandelstätigkeit zusammengetragen, was heute zu wichtigen Debatten über Restitution führt.
- British Museum: Gegründet 1753 auf Grundlage der Sammlung des Arztes Sir Hans Sloane, war das British Museum das erste öffentliche Nationalmuseum der Welt. Der Rosetta Stein – 196 v. Chr. von ägyptischen Priestern beschriftet und 1799 von französischen Soldaten entdeckt – ermöglichte die Entzifferung der Hieroglyphen durch Jean-François Champollion. Die Elgin Marbles, Marmorreliefs aus dem Parthenon (438 v. Chr.), stehen seit Jahrzehnten im Zentrum des Streits zwischen Großbritannien und Griechenland. Das verglaste Great Court, 2000 von Norman Foster umgestaltet, ist mit 6.100 Quadratmetern der größte überdachte öffentliche Platz Europas.
- Tate Modern: Das Bankside-Kraftwerk wurde 1963 stillgelegt und 2000 nach einem Umbau durch die Architekten Herzog & de Meuron als Museum für moderne und zeitgenössische Kunst wiedereröffnet. Die zentrale Turbinenhalle – 35 Meter hoch und 152 Meter lang – beherbergt regelmäßig monumentale Auftragswerke: Louise Bourgeois’ riesige Spinnenskulptur „Maman” und Olafur Eliassons künstliche Sonne „The Weather Project” zählten zu den spektakulärsten. Die Sammlung umfasst über 70.000 Werke von Picasso, Rothko, Bourgeois und Hirst; der Eintritt in die Dauerausstellung ist kostenlos.
- National Gallery: 1824 gegründet, als die britische Regierung 38 Gemälde aus dem Nachlass des Bankiers John Julius Angerstein kaufte, beherbergt die National Gallery heute rund 2.300 Werke. Besonders sehenswert: Jan van Eycks „Arnolfini-Hochzeit” (1434), Velázquez’ „Rokeby Venus” (um 1651), Turner’s „Der Kämpfer” (1838) und Vincent van Goghs „Sonnenblumen” (1888). Die Galerie am Trafalgar Square ist frei zugänglich; Sonderausstellungen sind kostenpflichtig. Leonardo da Vincis „Madonna in der Felsengrotte” – eine von nur zwei Versionen weltweit – hängt hier in der Sainsbury Wing.
- Naturhistorisches Museum: Das 1881 eröffnete Gebäude im romanisch-gotischen Stil wurde von Alfred Waterhouse entworfen und ist selbst ein Kunstobjekt: Terrakotatiere zieren Bögen und Kapitelle, sodass das Gebäude einer versteinerten Arche Noah ähnelt. In der Hintze Hall hängt seit 2017 ein 25 Meter langes Skelett eines Blauwals namens „Hope”, der eine Botschaft über den Schutz bedrohter Arten vermitteln soll. Die Dinosaurier-Galerie zeigt ein gut erhaltenes Stegosaurus-Skelett sowie einen T-Rex, der mittels animatronischer Technik zum Leben erwacht. Der Eintritt ist kostenlos.
- Wissenschaftsmuseum: Das 1857 gegründete Museum beherbergt eine der bedeutendsten wissenschaftshistorischen Sammlungen der Welt: James Watts Dampfmaschine von 1775, das erste kommerziell betriebene Dampfmaschinenmodell; das Modell der DNA-Doppelhelix von Watson und Crick (1953); sowie eine Apollo-10-Kapsel. Die interaktive Wonderlab-Galerie ist auf Familien ausgerichtet und erklärt Physik, Chemie und Biologie durch Experimente. Das Imax-Kino mit seiner 450 Quadratmeter großen Leinwand zeigt regelmäßig Wissenschaftsdokumentationen.
🏙️ Lebendige Stadtteile und lokale Kultur
London ist keine homogene Metropole, sondern ein loser Verbund ehemals eigenständiger Dörfer und Handelsstädte, die im Lauf der Jahrhunderte zusammengewachsen sind. Jeder Stadtteil trägt seine Geschichte im Straßenbild – Victorianer Backstein, georgianische Stuckhäuser, postindustrielle Lofts – und in seinem sozialen Charakter.
- Shoreditch & Brick Lane: Brick Lane war im 17. Jahrhundert Zuflucht für Hugenotten-Flüchtlinge aus Frankreich, dann Zentrum der jüdischen Einwanderergemeinde und seit den 1970er Jahren Herz der bangladeschischen Community – die Jamme Masjid Moschee war zuvor eine Synagoge und davor eine hugenottische Kapelle. Heute reihen sich Curryhäuser und Bagel-Bäckereien an Street-Art-Galerien, und das Viertel ist Brutstätte der Londoner Tech-Szene. Banksy, Stik und Os Gemeos haben hier Werke hinterlassen. Das Boxpark Shoreditch, 2011 aus gestapelten Schiffscontainern gebaut, war eines der ersten Pop-up-Einkaufszentren der Welt.
- Soho & Theatreland: Soho war im 17. Jahrhundert ein Jagdgebiet (daher der Name – „So-Ho!” war der Jagdruf), bevor es zur Heimat von Hugenotten, Griechen und später einer lebhaften Jazz- und LGBTQ-Szene wurde. Das West End rund um Shaftesbury Avenue und Drury Lane gilt neben dem New Yorker Broadway als wichtigstes Musiktheater-Zentrum der Welt – in normalen Jahren laufen hier über 50 Produktionen gleichzeitig. Das Ronnie Scott’s Jazz Club, 1959 eröffnet, hat Legenden wie Miles Davis, Ella Fitzgerald und Amy Winehouse beherbergt.
- Camden Market: Was 1974 als kleiner Flohmarkt an einem stillgelegten Kanalgelände begann, ist heute ein Komplex aus fünf zusammengewachsenen Märkten, der an Wochenenden über 100.000 Besucher anzieht. Die Punk- und New-Wave-Szene der 1970er und 80er Jahre prägte den Charakter des Viertels; das Electric Ballroom war Bühne für The Clash und The Damned. Amy Winehouse, die in der Nähe aufwuchs, ist durch eine lebensgroße Bronzestatue am Stables Market verewigt. Die internationale Streetfood-Auswahl – von äthiopischem Injera bis zu japanischen Takoyaki – ist eines der besten informellen Essensangebote Londons.
- Notting Hill & Portobello Market: Der Notting Hill Carnival, jedes Jahr am letzten Augustwochenende, geht auf karibische Einwanderer zurück, die 1966 begannen, ihre Kultur auf den Straßen zu feiern. Mit bis zu zwei Millionen Besuchern ist er Europas größtes Straßenfest. Der Portobello Road Market existiert seit den 1860er Jahren; der Antikenmarkt samstags gilt als einer der größten der Welt und reicht von viktorianischem Silber bis zu Art-Déco-Schmuck. Die pastellfarbenen Stuckhäuser, für die Notting Hill berühmt ist, wurden ursprünglich im frühen 19. Jahrhundert als Mittelklassevillen gebaut.
- South Kensington Museen: Das Dreieck aus Victoria & Albert Museum, Naturhistorischem Museum und Wissenschaftsmuseum geht auf den Überschuss der Weltausstellung von 1851 zurück, die im Hyde Park stattfand. Prinz Albert nutzte den Gewinn, um dieses „Museumsviertel” auf dem südlich gelegenen Gelände zu finanzieren. Das Victoria & Albert Museum beherbergt mit über 2,27 Millionen Objekten die größte Sammlung angewandter Kunst und Design weltweit – darunter Raphaels Kartons, Tipu Sultans Tiger und die originalgetreue Nachbildung von Raphaels Vatikanloggien.
🍽️ Kulinarische Szene und Britische Traditionen
Londons Restaurantszene hat sich in den letzten dreißig Jahren fundamental gewandelt: Von einer Stadt, die für schlechtes Essen berüchtigt war, ist London zu einer der aufregendsten Foodstädte der Welt geworden – angetrieben durch Einwanderungswellen, eine selbstbewusste junge Köchegeneration und eine Marktkultur, die Qualitätsproduzenten direkt mit Verbrauchern verbindet.
- Nachmittagstee in historischen Hotels: Der Nachmittagstee wurde angeblich von Anna, der 7. Herzogin von Bedford, um 1840 erfunden, um die lange Lücke zwischen Mittag- und Abendessen zu überbrücken. The Ritz, 1906 von César Ritz eröffnet, serviert seit über einem Jahrhundert Tee im Louis-XVI-Dekor seiner Palm Court; Reservierungen sind Monate im Voraus nötig. Claridge’s in Mayfair ist bekannt für sein Art-Déco-Interieur und seinen Fumoir, wo Winston Churchill regelmäßig speiste. Eine vollständige traditionelle Garnitur umfasst Gurken- und Lachs-Fingersandwiches, Buttermilch-Scones mit Clotted Cream aus Devon und Cornwall sowie Pâtisserie.
- Pub-Kultur und Gastro-Pubs: London hat rund 3.500 Pubs – von Elisabethanischen Tavernen bis zu umgebauten Viktorianischen Banken. The Prospect of Whitby in Wapping (seit 1520) ist einer der ältesten erhaltenen Themse-Pubs; Samuel Pepys und Charles Dickens sollen hier regelmäßig getrunken haben. Der Sonntagsbraten – Roastbeef oder Lamm mit Yorkshire Pudding, Bratensoße und saisonalem Gemüse – ist so tief in der britischen Kultur verankert, dass er als nationales Kulturgut gilt. Gastro-Pubs wie The Eagle in Clerkenwell (1991 als einer der ersten seiner Art eröffnet) verbinden das soziale Ambiente des Pubs mit ernsthafter Küche.
- Borough Market: Urkundlich belegt seit 1014, ist Borough Market einer der ältesten Lebensmittelmärkte Europas. Er liegt unter den Eisenbahnbögen südlich der London Bridge und öffnet von Mittwoch bis Samstag. Die Händler sind spezialisierte Produzenten: Montgomery-Cheddar-Käse aus Somerset, Räucherlachs vom schottischen Hochland, frische Austern aus der Normandie, handgemachte Pasta. Das Streetfood-Angebot reicht von Pulled-Pork-Brötchen über venezianische Cicchetti bis zu frischem Feigengebäck. Der Markt hat auch eine literarische Ader: In seiner Nähe beginnt Chaucers Canterbury Tales.
- Internationale Küche: Brick Lane beherbergt über 50 bengalische Restaurants – die Konzentration entstand, als Seeleute aus Sylhet (heute Bangladesch) ab den 1950er Jahren in London sesshaft wurden. Das Londoner Chinatown in Gerrard Street, seit den 1970ern etabliert, ist kleiner als New Yorks, aber für Dim Sum, Peking-Ente und Tofu-Spezialitäten aus Sichuan führend. Brixton Market, eröffnet 1929, ist das Zentrum afrokaribischer Lebensmittel: Scotch Bonnets, Jerk Chicken, Ackee und frische Cassava. Im Edgware Road-Korridor reihen sich libanesische, irakische und iranische Restaurants aneinander, wo Spätnachts noch mit Wasserpfeife und Baklava gesessen wird.
- Moderne Britische Küche: Fergus Henderson eröffnete 1994 St. John in Smithfield und begründete damit die „Nose to Tail”-Bewegung, die beinahe vergessene britische Innereien und Nebenprodukte wie Knochenmark, Schweineohren und Milz wieder hoffähig machte. Das Restaurant hält bis heute einen Michelin-Stern. Weitere Adressen wie The Clove Club in Shoreditch oder Brat in der Redchurch Street – letzteres auf eine Holzkohle-Küche spezialisiert – unterstreichen, dass moderne britische Küche inzwischen zu den kreativsten Europas zählt. London hat 2025 mehr Michelin-Sterne als jede andere britische Stadt – 75 Sterne verteilt auf über 70 Restaurants.
🌉 Themse-Fluss und Modernes London
Die Themse war Londons Lebensader: Handelshafen, Abwasserkanal, Hinrichtungsstätte und Transportweg zugleich. Die 346 Kilometer lange Fluss wurde durch den Bau des „Big Stink”-Kanalnetzes von Joseph Bazalgette (1858–1875) von einer Kloake in ein begehbares Ufer verwandelt. Heute ist das Südufer – der „South Bank” – eine der lebendigsten Kulturmeilen Europas.
- Tower Bridge: Die Tower Bridge wurde 1894 nach acht Jahren Bauzeit eröffnet; ihr neugotisches Äußeres täuscht über ihre revolutionäre Ingenieursleistung hinweg: Zwei hydraulisch betriebene Klappbrücken – ursprünglich mit Dampf, seit 1976 elektrisch angetrieben – können sich in 90 Sekunden um 83 Grad heben, um große Schiffe durchzulassen. Die Stahlstruktur ist mit Portlandstein verkleidet, um den Stil des nahegelegenen Tower of London aufzugreifen. Die Tower Bridge Exhibition bietet Zugang zu den Hochbrücken 42 Meter über der Themse – mit Glasböden, durch die man direkt auf den Verkehr darunter blickt.
- Millennium Bridge & Tate Modern: Die schlanke Fußgängerbrücke aus Stahl wurde im Juni 2000 eröffnet – und musste zwei Tage später wegen gefährlicher Resonanzschwingungen wieder geschlossen werden. Rund 80.000 Passanten hatten sie an zwei Tagen genutzt und mit ihren Schritten synchronisierte Schwingungen erzeugt. Nach aufwendigen Dämpfereinbauten öffnete sie 2002 dauerhaft. Ihr Entwurf stammt von Norman Foster, Arup und dem Bildhauer Anthony Caro. Die Verbindung zwischen Sir Christopher Wrens St.-Pauls-Kathedrale (1710) und der Tate Modern (2000) ist eine der visuell stärksten Achsen Londons.
- Shakespeare’s Globe: Das originale Globe Theatre wurde 1599 von der Lord Chamberlain’s Men Company – zu der auch Shakespeare als Teilhaber gehörte – errichtet und fasste bis zu 3.000 Zuschauer. Nach einem Brand 1613 (ausgelöst durch eine Kanone während einer Aufführung von Heinrich VIII.) und dem Wiederaufbau 1614 wurde es 1644 abgerissen. Das heutige Rekonstruktionstheater, 230 Meter vom Originalstandort entfernt, öffnete 1997 nach jahrelanger Arbeit des amerikanischen Schauspielers Sam Wanamaker. Das offene Dach bedeutet, dass Aufführungen bei jedem Wetter stattfinden; die Stehplätze als „Groundling” kosten nur £5 und ermöglichen ein unmittelbares, authentisches Theatererlebnis.
- Greenwich Park & Prime Meridian: Das Royal Observatory wurde 1675 von Karl II. gegründet, um das Problem der Längenbestimmung auf See zu lösen. Der Nullmeridian (0° Länge) verlief ursprünglich durch viele verschiedene Referenzpunkte; erst 1884 einigte sich eine internationale Konferenz in Washington D.C. auf den Airy-Transit-Kreis in Greenwich als Weltstandard. Das Flamsteed House, ältester Teil des Observatoriums, wurde von Christopher Wren entworfen. Der 74 Meter hohe Hügel bietet den besten kostenlosen Panoramablick auf die Londoner Skyline – Canary Wharf im Vordergrund, City of London im Hintergrund.
- Olympic Park & Stratford: Für die Olympischen Spiele 2012 wurde ein 247 Hektar großes ehemaliges Industriegebiet in East London grundlegend saniert. Das Olympiastadion, heute West Ham United’s London Stadium, fasst 60.000 Zuschauer. Die ArcelorMittal Orbit-Skulptur von Anish Kapoor und Cecil Balmond ist mit 114,5 Metern das höchste Kunstwerk Großbritanniens; seit 2016 verfügt sie über eine Tunnel-Rutsche mit 178 Metern Länge. Das Velodrom von Hopkins Architects gilt als eines der architektonisch gelungensten Gebäude des gesamten Olympiakomplexes und ist heute öffentlich zugänglich.
### 🚇 Praktischer London-Führer
- Beste Reisezeit: Frühling (April–Juni) bietet Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, blühende Parks und längere Tage ohne Hochsommergedränge. September und Oktober sind ähnlich angenehm und besonders für Theaterfans attraktiv, wenn die West-End-Spielzeit in Fahrt kommt. Dezember lohnt sich für die Weihnachtsbeleuchtung der Oxford Street und die Eislaufbahn vor dem Natural History Museum – Temperaturen um 5–8 Grad erfordern aber gute Kleidung. Regen ist das ganze Jahr möglich; ein kompakter Regenschirm gehört ins Handgepäck.
- Fortbewegung: Die Londoner Underground (Tube), 1863 als erste U-Bahn der Welt eröffnet, umfasst heute 11 Linien, 272 Stationen und über 400 Kilometer Streckennetz. Eine Oyster-Karte oder kontaktlose Bankkarte (Kreditkarte, Smartphone) ermöglicht Fahrten zu Tagespreisdeckelungen, die günstiger sind als Einzeltickets. Zones 1–2 decken fast alle touristischen Ziele ab. Schwarze Taxis (Licensed London Cabs) sind teuer, aber besonders bei Gepäck oder nach Mitternacht praktisch. Santander Cycles (Leihfahrräder, umgangssprachlich „Boris Bikes”) sind im Zentrum günstig für kurze Strecken.
- Attraktionen-Planung: Die großen staatlichen Museen – British Museum, National Gallery, Tate Modern, Naturhistorisches Museum, Wissenschaftsmuseum, Victoria & Albert – sind dauerhaft kostenlos. Für kostenpflichtige Attraktionen (Tower of London, Buckingham Palace, London Eye, Tower Bridge Exhibition) empfehlen sich Online-Buchungen mindestens eine Woche im Voraus, im Sommer früher. Der London Pass (ab £85/Tag) lohnt sich, wenn man täglich mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besucht. Frühaufsteher haben oft bis zu einer Stunde vor Öffnung für andere Zugang bei vorgebuchtem First-Entry-Ticket.
- Sicherheit und Etikette: London ist für eine Großstadt dieser Größe sehr sicher; Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl kommt aber in der Tube, auf Märkten und um Touristenattraktionen vor. Anstehen (Queueing) wird mit britischem Ernst betrieben – das Übergehen einer Warteschlange gilt als schweres soziales Vergehen. Auf Rolltreppen der Tube gilt: links stehen, rechts gehen. In Pubs wird an der Theke bestellt und bezahlt; Bedienen am Tisch ist eher unüblich außer in Gastro-Pubs. Trinkgeld in Restaurants liegt zwischen 10–12,5 %, falls kein Service Charge berechnet wurde.
- Währung und Kosten: Britisches Pfund Sterling (£). London ist teurer als die meisten europäischen Hauptstädte: Eine Tube-Fahrt im Zentrum kostet um £2,80, ein Pint Bier £6–8, ein Mittagessen in einem guten Restaurant £20–35 pro Person. Budget für Unterkunft sollte £100–180 pro Nacht (Midrange-Hotel) einkalkulieren. Günstige Optionen: Pret A Manger und Itsu für gute Mittagsmahlzeiten unter £8, kostenlose Picknicks in den Royal Parks oder Borough Market-Proben am Morgen.
- Kulturelle Notizen: London wurde durch zwölf bedeutende Einwanderungswellen geformt: Römer, Wikinger, Normannen, Hugenotten, Juden aus Osteuropa, Iren, Windrush-Generation aus der Karibik, Südasiaten, Ostafrikaner, Hongkonger, EU-Bürger und jüngst Ukrainer. Rund 300 Sprachen werden täglich in Londoner Schulen gesprochen. Die Mischung aus Monarchie, Parlamentarismus, Commonwealth-Geschichte und Popkultur erzeugt eine Stadt, die gleichzeitig zutiefst traditionsbewusst und radikal offen ist.
- Sprache: Englisch ist die Amtssprache, aber Londoner Englisch umfasst Dutzende von Dialekten und Akzenten – vom Cockney-Rhyming-Slang der East Enders bis zum Multicultural London English (MLE) der jüngeren Generation. Informationsschilder in der Tube und an Sehenswürdigkeiten sind auf Englisch; in touristischen Bereichen ist auch Deutsch, Französisch und Spanisch verbreitet. Wichtige Begriffe: „Cheers” ist Dankeschön und Prost zugleich; „Mind the gap” warnt vor dem Spalt zwischen Bahn und Bahnsteig.
- Zeitzone: Greenwich Mean Time (GMT), UTC+0 im Winter. Britische Sommerzeit (BST, UTC+1) gilt von Ende März bis Ende Oktober. Da der Nullmeridian durch Greenwich verläuft, ist London buchstäblich die zeitliche Referenz für den Rest der Welt – ein historischer Umstand, der auf die maritime Dominanz Großbritanniens im 19. Jahrhundert zurückgeht.