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Peking Reiseführer 2026

Peking Reiseführer 2026

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Last updated: 2026-12-31

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Peking Reiseführer 2026

🏰 Kaiserliche Paläste und Verbotene Stadt

Über fünf Jahrhunderte lang war das Herz Pekings für gewöhnliche Sterbliche unzugänglich. Heute empfängt der ehemalige Kaiserpalastkomplex mehr als 17 Millionen Besucher jährlich — mehr als jedes andere Museum der Welt.

  • Verbotene Stadt (Gugong): Zwischen 1406 und 1420 unter Kaiser Yongle der Ming-Dynastie erbaut, umfasst dieser UNESCO-Welterbe-Komplex 72 Hektar mit über 980 Gebäuden und rund 9.000 Räumen. Die Zahl 9.999 ist eine populäre Legende — tatsächlich wurden bei einer systematischen Zählung in den 1970er Jahren 8.886 Räume dokumentiert. Besonders sehenswert ist die Halle der Höchsten Harmonie (Taihe Dian), wo Kaiser auf dem Drachenthron thronten, sowie das Museum kaiserlicher Schätze im Nordflügel mit Jadeschnitzereien, Goldgeschirr und zeremoniellen Gewändern.
  • Jingshan-Park: Dieser kegelförmige Hügel unmittelbar nördlich der Verbotenen Stadt entstand nicht zufällig: Der Aushub aus dem Bau des Palastgrabens wurde hier zwischen 1416 und 1420 aufgeschüttet, teils auch aus strategischen Geomantie-Überlegungen, um böse Einflüsse aus dem Norden fernzuhalten. Vom Pavillon auf dem Gipfel, 45,7 Meter über der Stadtebene, hat man einen der eindrucksvollsten Stadtpanoramen Asiens — die symmetrische Ausdehnung der Verbotenen Stadt liegt vollständig zu Füßen des Betrachters. Am Hang steht auch der Baum, an dem der letzte Ming-Kaiser Chongzhen sich 1644 erhängte, als die Rebellen unter Li Zicheng Peking einnahmen.
  • Kulturpalast der Werktätigen (Laodong Renmin Wenhuagong): Die Anlage südöstlich der Verbotenen Stadt war ursprünglich als Taimiao — Kaiserlicher Ahnentempel — konzipiert und diente seit dem 15. Jahrhundert als rituelle Stätte, an der Ming- und Qing-Kaiser ihren Vorfahren opferten. Nach 1949 wurde sie in einen öffentlichen Arbeiterpark umgewandelt. Die drei mächtigen zeremonielle Hallen aus dem frühen 15. Jahrhundert stehen noch im Original und sind architektonisch nahezu identisch mit Teilen der Verbotenen Stadt — bei deutlich weniger Besuchergedränge.
  • Kaiserlicher Ahnentempel (Taimiao): Dieser Komplex wurde 1420 fertiggestellt und bis zum Ende der Qing-Dynastie 1912 für Ahnenrituale genutzt. Die Zypressenhaine auf dem Gelände sind über 500 Jahre alt. Die Haupthalle, über einem erhöhten Marmorpodest errichtet, folgt exakt denselben Bauregeln wie die Verbotene Stadt: gelbe Dachziegel als Privileg des Kaisers, rote Wände, symmetrische Anordnung. Nur mit einem Sonderticket zugänglich, aber der ruhige Kontrast zur überlaufenen Verbotenen Stadt ist die Mühe wert.
  • Saal der Uhren und Taschenuhren (Zhongbiaoguan): In diesem Seitenflügel der Verbotenen Stadt werden über 200 mechanische Uhren ausgestellt, die europäische Mächte — vor allem Großbritannien und Frankreich — sowie Jesuiten-Missionare wie Matteo Ricci zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert den chinesischen Kaisern schenkten. Die aufwendigsten Stücke, darunter britische Automatenuhren, die singende Vögel und bewegliche Figurenszenen vorführen, liefen zur vollen Stunde zu festgesetzten Uhrzeiten an — ein Spektakel, das Besucher regelmäßig anzieht. Die Sammlung ist ein konkretes Zeugnis der frühen Globalisierung und des diplomatischen Handels zwischen China und Europa.

🧱 Tiananmen-Platz und politische Denkmäler

Mit einer Fläche von 44 Hektar ist der Tiananmen-Platz einer der größten innerstädtischen Plätze der Welt. Er entstand in seiner heutigen Form erst nach 1949, als Teile des alten Kaiserlichen Stadtbereichs abgerissen wurden, um Raum für Massenveranstaltungen und staatliche Repräsentation zu schaffen.

  • Tiananmen-Platz (Tian’anmen Guangchang): Das Tor des Himmlischen Friedens, das dem Platz seinen Namen gibt, stammt aus der Ming-Zeit (1420) und war ursprünglich der südliche Eingang zur Kaiserstadt. Das berühmte Portrait von Mao Zedong hängt seit 1949 über dem Durchgang. Am 1. Oktober 1949 rief Mao von dieser Tribüne die Volksrepublik China aus. Täglich findet bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang eine feierliche Fahnenzeremonie statt, zu der sich Tausende von Menschen einfinden — die genauen Zeiten variieren mit den Jahreszeiten.
  • Mausoleum von Mao Zedong: Das Gebäude wurde 1977, ein Jahr nach Maos Tod im September 1976, fertiggestellt. Der Körper des Vorsitzenden liegt in einem kristallenen Sarkophag und ist an den meisten Vormittagen zu besichtigen. Die Schlangen sind lang, der Besuch dauert nur wenige Minuten, aber die Atmosphäre — Stille, Ehrfurcht, manchmal Tränen — ist ein ethnografisch einzigartiges Erlebnis. Fotografieren ist im Inneren verboten.
  • Große Halle des Volkes (Renmin Dahuítang): Das Gebäude an der Westseite des Platzes wurde in nur zehn Monaten zwischen 1958 und 1959 errichtet — ein Vorzeigeprojekt des Großen Sprungs nach vorn. Es fasst über 10.000 Personen im Hauptsaal und dient als Tagungsort des Nationalen Volkskongresses. Der Plenarsaal mit seiner gewölbten Decke, besetzt mit tausenden roter Sternleuchten, ist bei Führungen zugänglich, wenn kein Kongress tagt.
  • Nationalmuseum Chinas (Zhongguo Guojia Bowuguan): Mit einer Ausstellungsfläche von 200.000 Quadratmetern gehört es zu den flächenmäßig größten Museen der Welt. Die ständige Ausstellung „Der Weg der Wiedergeburt” präsentiert chinesische Geschichte von der Vorzeit bis zur Gegenwart aus offizieller Perspektive. Besonders die archäologischen Abteilungen mit Bronzen der Shang-Dynastie (ca. 1600–1046 v. Chr.), Terrakotta-Figuren und Tang-zeitlichen Grab-Beigaben sind von internationalem Rang. Der Eintritt ist kostenlos, erfordert aber eine Online-Registrierung mit Passnummer.
  • Gedächtnishalle von Vorsitzendem Mao: Neben dem Mausoleum befindet sich dieses kleinere Museum mit Fotografien, persönlichen Gegenständen und Dokumenten aus Maos Leben. Es richtet sich primär an chinesische Besucher und bietet ausländischen Gästen einen Einblick in die offizielle Erinnerungskultur der Volksrepublik — weniger als kritische Geschichtsstunde, aber als kulturelles Dokument von eigenem Wert.

🏔️ Chinesische Mauer und Kaisergräber

Die Ausflugsziele nördlich und nordwestlich von Peking gehören zu den meistbesuchten historischen Stätten der Welt. Ein früher Start lohnt sich immer — die Touristenbusse erreichen Badaling meist gegen 10 Uhr, und Nachmittagsgewitter sind im Sommer häufig.

  • Chinesische Mauer, Abschnitt Badaling: Dieser 70 Kilometer von Peking entfernte Abschnitt wurde zwischen 1505 und 1539 unter der Ming-Dynastie erbaut und ist der meistbesuchte — und bestrestaurierte — Mauerabschnitt. Die Zinnen, Wachtürme im Abstand von 200 bis 300 Metern und der gepflasterte Wehrgang vermitteln ein klares Bild der militärischen Funktion. Die Mauer erreicht hier Höhen von bis zu 8,5 Metern und eine Breite von 6 Metern oben — breit genug für fünf Reiter nebeneinander. Seilbahn oder Sesselift sind verfügbar, aber der Aufstieg zu Fuß ist bei guter Kondition lohnender.
  • Chinesische Mauer, Abschnitt Mutianyu: Rund 90 Kilometer von der Stadtmitte entfernt, wurde dieser Abschnitt ebenfalls im 16. Jahrhundert gebaut, aber deutlich weniger stark restauriert als Badaling. Die Mauer schlängelt sich über bewaldete Bergrücken, und an klaren Tagen reicht die Sicht über viele Kilometer in beide Richtungen. Mutianyu ist besonders beliebt bei Familien mit Kindern, da eine Seilbahn und eine Rodel-Abfahrt verfügbar sind. Wochentags und außerhalb der Hauptsaison ist das Gelände bemerkenswert ruhig.
  • Ming-Gräber (Shisanling): In einem von Bergen umschlossenen Becken 50 Kilometer nordwestlich von Peking liegen die Grabmäler von 13 der 16 Ming-Kaiser — die Nekropole wurde ab 1409 unter Kaiser Yongle angelegt. Das größte Grab gehört Kaiser Yongle selbst (Changling). Nur das Dingling-Grab wurde archäologisch erschlossen und ist vollständig begehbar. Die übrigen Anlagen sind atmosphärisch, teils verfallen, teils restauriert, und lassen sich mit dem Taxi zwischen den Standorten abfahren.
  • Heiliger Weg (Shendao): Die rund 800 Meter lange Prozessionsstraße zum Changling-Grab, angelegt um 1435, ist gesäumt von 36 Steinstatuen: wechselnd stehende und kniende Figuren von Militärs, Zivilbeamten, mythologischen Tieren und realen Tieren wie Kamelen, Elefanten und Pferden. Die Statuen wurden aus einem einzigen Felsblock gehauen und symbolisierten die Schutzgeister, die den Kaiser im Jenseits begleiten sollten. Früh morgens ist der Weg nahezu menschenleer.
  • Dingling-Grab (unterirdischer Palast): Kaiser Wanli (reg. 1572–1620) und seine beiden Hauptgattinnen wurden hier beigesetzt. Die Grabkammer wurde 1956–1958 als erste chinesische Kaisertumba systematisch ausgegraben — ein historisch bedeutendes, aber aus heutiger konservatorischer Sicht umstrittenes Unterfangen, da viele organische Funde durch falsche Lagerung verloren gingen. Der unterirdische Palast mit seinen marmornen Gewölbehallen und den original erhaltenen Steinportalen liegt 27 Meter tief und ist heute vollständig begehbar.

🏞️ Kaiserliche Gärten und Tempel

Peking besitzt eine außergewöhnliche Dichte an kaiserlichen Gartenanlagen und religiösen Bauten, von denen viele seit Jahrhunderten der städtischen Bebauung trotzen. Diese Stätten sind keine Freilichtmuseen, sondern aktiv genutzte Orte — morgens wird in Parks Tai-Chi praktiziert, in Tempeln wird gebetet.

  • Sommerpalast (Yiheyuan): Die 290 Hektar große Anlage, deren Kern der künstlich erweiterte Kunming-See bildet, entstand in ihrer heutigen Form unter Kaiserin Cixi, die zwischen 1886 und 1895 enorme Mittel — unter anderem aus dem Marine-Etat — in den Wiederaufbau nach der Zerstörung durch britisch-französische Truppen 1860 steckte. Der 728 Meter lange überdachte Wandelgang am Seeufer ist mit über 14.000 Bildszenen aus Literatur und Mythologie bemalt und gilt als längster bemalter Korridor der Welt. Die Marmorboot-Skulptur am Westufer ist ein Symbol für Cixis verschwenderischen Umgang mit Staatsgeldern.
  • Beihai-Park: Der See in diesem Park wurde bereits im 10. Jahrhundert unter der Jin-Dynastie angelegt und gilt damit als ältester Kaiserlicher Garten Pekings. Die Weiße Dagoba auf der zentralen Insel wurde 1651 zum Besuch des fünften Dalai Lama in Peking errichtet — ein 36 Meter hoher tibetischer Stupa aus weißem Kalkstein. Im Winter, wenn der See zufriert, verwandelt er sich in eine beliebte Eisbahn. Der Park liegt in unmittelbarer Nähe der Verbotenen Stadt und ist ein beliebter Morgen- und Nachmittags-Treffpunkt der Anwohner.
  • Himmelstempel (Tiantan): Die 1420 unter Kaiser Yongle erbaute Anlage diente 500 Jahre lang als Ort der Himmelszeremonien — zweimal jährlich kam der Kaiser persönlich hierher, um für eine gute Ernte zu beten. Die kreisförmige Halle des Gebets für eine gute Ernte (Qiniandian) steht auf einem dreigeteilten Marmorpodest und war ursprünglich blau gedeckt (die Farbe des Himmels). Bemerkenswert ist die Flüsteranlage der Rundmauer: Ein Laut, der an einer Seite gegen die Mauer geflüstert wird, ist auf der gegenüberliegenden Seite deutlich hörbar — ein akustisches Phänomen, das auf die exakte Kreisgeometrie zurückgeht.
  • Lama-Tempel (Yonghe Gong): Das Gebäude wurde 1694 als Residenz des späteren Kaisers Yongzheng errichtet und nach seinem Thronantritt 1722 zunächst halb als kaiserlicher Wohnsitz, halb als Kloster genutzt. Seit 1744 ist er vollständiges tibetisch-buddhistisches Kloster der Gelug-Schule. Im hintersten Pavillon steht eine 18 Meter hohe Maitreya-Buddha-Statue aus einem einzigen Sandelholzstamm — ein Geschenk des siebten Dalai Lama an Kaiser Qianlong. Der Tempel ist aktiv: Mönche leben hier, und an Feiertagen brennen tausende Räucherstäbchen.
  • Konfuzius-Tempel (Kong Miao): Der 1302 gegründete Tempel ist die zweitgrößte Konfuzius-Gedenkstätte Chinas nach Qufu. Auf dem Gelände stehen 198 Steinsstelen aus der Yuan-, Ming- und Qing-Zeit mit den Namen von 51.624 erfolgreichen Kandidaten der kaiserlichen Beamtenprüfungen (Jinshi) — eine einzigartige steinerne Datenbank der chinesischen Bildungselite. Im Innenhof wachsen 189 alte Zypressenbäume, von denen einige über 700 Jahre alt sind. Der Tempel liegt direkt neben dem Lama-Tempel und lässt sich gut mit diesem kombinieren.

🏙️ Hutongs und modernes Peking

Zwischen Kaiserpalast und Olympiastadion spannt sich eine Stadt, die im 20. Jahrhundert dramatische Transformationen durchlief. Die Hutong-Gassen im Norden und Westen der Innenstadt und die Architektur der 2000er-Jahre stehen in einem ungelösten, produktiven Widerspruch zueinander.

  • Hutongs des alten Peking: Die schmalen Gassen zwischen traditionellen Siheyuan-Hofhäusern entstanden ursprünglich im 13. Jahrhundert unter der Mongolenherrschaft — das Wort Hutong leitet sich vermutlich vom mongolischen Begriff für Wasserquelle ab. Peking hatte einst über 6.000 Hutongs; heute sind es nach massivem Abriss im 20. Jahrhundert noch rund 1.000. Die dichtesten und am besten erhaltenen liegen rund um die Drum Tower (Gulou) und den Shichahai-See. Ein geführter Rikscha-Rundgang gibt Einblicke in Innenhöfe, die vom Gehweg aus unsichtbar sind. Besonders die Hutongs im Viertel Nanluoguxiang und Wudaoying Hutong verbinden Altbauten mit Cafés, Buchläden und Ateliers.
  • Olympischer Grünpark (Vogelnest und Wasserwürfel): Das Nationalstadion, entworfen vom Schweizer Büro Herzog & de Meuron in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Künstler Ai Weiwei, wurde für die Olympischen Spiele 2008 gebaut und fasst 91.000 Zuschauer. Die stahlvernetzte Außenhülle — daher der Spitzname „Vogelnest” — wiegt 42.000 Tonnen. Das danebenliegende Schwimmzentrum (offiziell: National Aquatics Center), bekannt als „Wasserwürfel” oder „Wasserblock”, ist heute mit einer Eisbahn im Inneren das „Ice Cube” für die Winterspiele 2022 geworden. Beide Gebäude sind abends beleuchtet und aus der Ferne eindrucksvoller als aus der Nähe.
  • 798 Kunstbezirk (Dashanzi Art District): Das Fabrikgelände im Nordosten der Stadt wurde in den 1950er Jahren mit DDR-Technologie als Elektronikwerk gebaut — die Bauhaus-inspirierten Industriehallen mit Sheddächern und deutschen Inschriften an den Wänden sind noch erhalten. Seit Anfang der 2000er Jahre siedelten sich Galerien, Studios und Ateliers an; mittlerweile hat sich der Bezirk zu einem etablierten Kunstmarkt mit internationalen Galerien, Design-Shops und Restaurants entwickelt. Für zeitgenössische chinesische Kunst ist er ein unumgänglicher Anlaufpunkt. Montags sind viele Galerien geschlossen.
  • CCTV-Zentrale: Der 2012 fertiggestellte Turm des niederländischen Architekturbüros OMA (Rem Koolhaas und Ole Scheeren) ist eine der weltweit ungewöhnlichsten Hochhausformen: zwei geneigte Türme, verbunden durch einen auskragenden Riegel oben — eine geschlossene Schleife ohne konventionelle Spitze. Das Gebäude enthält nicht nur den staatlichen Fernsehsender, sondern auch Produktionsstudios, Verwaltung und ein Hotel. Die Konstruktion erforderte spezielle Stahlanschlüsse, die während der Montage extremen Torsionskräften standhielten. Es ist nicht zugänglich für Besucher, aber vom CBD-Distrikt aus gut zu fotografieren.

🥢 Peking-Küche und lokale Spezialitäten

Die Pekinger Küche ist keine leichte, subtile Küche — sie ist die Küche des Nordens, des Winters, der kaiserlichen Festmahle und der einfachen Garküche. Weizenmehl statt Reis, kräftige Pasten statt Chili, geschmortes und gebratenes Fleisch. Wer kulinarisch abtauchen will, sollte Wangfujing Snack Street und den Donghuamen-Nachtmarkt besuchen — und sich von der touristischen Optik nicht abschrecken lassen.

  • Peking-Ente (Beijing Kaoya): Das Gericht hat eine nachweisliche Geschichte, die bis in die Yuan-Dynastie (13. Jh.) zurückreicht; die heutige Form mit trocken gereifter, bei hoher Hitze im geschlossenen Ofen gebratener Ente und dem charakteristischen knusprigen, fettroten Lackhaut entstand in der Ming-Zeit. In der ursprünglichen Methode (Menlu-Ofen) gart die Ente im eingeschlossenen Rauch aus fruchtigem Holz; die modernere Gualu-Methode nutzt einen offenen Haken-Ofen. Serviert wird die Ente in dünne Pfannkuchen gewickelt, mit Lauchstücken und Tianjin-Bohnenpaste. Das Restaurant Quanjude (gegr. 1864) und Dadong sind die bekanntesten Adressen, aber kleinere Restaurants in Hutong-Nähe sind oft authentischer und günstiger.
  • Jianbing: Diese herzhafte Frühstücks-Crêpe wird auf einer kreisförmigen Eisenplatte gebacken: Zuerst wird ein dünner Hirsemehl-Teig aufgestrichen, dann ein Ei darübergezogen, Frühlingszwiebeln und Koriander gestreut, eine knusprige Waffel (Baocui) eingelegt und das Ganze mit Tian Mian Jiang (süße Bohnenpaste) und Chili-Sauce eingerieben und zusammengeklappt. Ein erfahrener Straßenverkäufer braucht unter 90 Sekunden für ein Jianbing. Preis: 7–12 Yuan. Erhältlich an beinahe jeder Straßenecke zwischen 6 und 10 Uhr morgens.
  • Zha Jiang Mian: Dicke Weizenmehlnudeln mit einer auf Speckfett geschmorten Sauce aus fermentierter Schwarzbohnenpaste (Gan Huang Jiang) und gewürztem Hackfleisch, angerichtet mit rohem Gurkenstreifen, blanchiertem Sojasprossen, Rettich und Frühlingszwiebeln. Das Gericht ist in seiner Einfachheit täuschend komplex: Die Qualität hängt fast ausschließlich von der Qualität der fermentierten Paste ab, die in Peking aus Weizenmehl hergestellt wird — anders als im koreanischen Jajangmyeon, das ein Ableger dieses Gerichts ist. Zha Jiang Mian ist das Tagesessen der Pekinger Küche schlechthin.
  • Tanghulu: Die mit Kristallzucker überzogenen Fruchtspieße sind seit der Song-Dynastie belegt; traditionsgemäß wurden Hagebutten (Shanlianhong) verwendet, heute gibt es Variationen mit Erdbeeren, Orangen, Weintrauben und sogar gefüllten Teigtaschen. Die Kunst liegt im Zuckersirup: Er wird auf exakt 150–160 Grad erhitzt, dann die Spieße kurz eingetaucht und sofort gekühlt, sodass der Zucker zu einer klaren, splitterhart brechenden Hülle erstarrt. Im Winter sind Tanghulu auf den Hutong-Märkten allgegenwärtig; im Sommer seltener, da der Zucker bei Wärme weich wird.
  • Mongolischer Feuertopf (Huoguo): Diese Kochform gelangte mit den Mongolen im 13. Jahrhundert nach Peking und etablierte sich als soziales Wintergericht. Im Pekinger Stil wird eine schlichte, kräftige Rinderbrühe ohne Chili verwendet — im Unterschied zur scharfen Sichuan-Variante. Am Tisch werden hauchdünne Lammscheiben (die Qualität zeigt sich an der Marmorierung) in kochender Brühe geschwenkt, höchstens 15–20 Sekunden, und in eine Sesam-Paste mit Bohnen-Tofu-Käse und Schnittlauch-Sauce getaucht. Im historischen Huguosi-Viertel und rund um Niujie (dem muslimischen Viertel) finden sich die traditionellsten Feuertopf-Restaurants.

### 🚇 Praktischer Peking-Führer
  • Beste Reisezeit: April bis Mitte Mai und September bis Oktober sind die idealen Monate — Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad, wenig Regen, gute Luftqualität. Im Sommer (Juni–August) sind Temperaturen über 35 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit und gelegentlichen Staubstürmen möglich; die Ferienzeit bringt massive Menschenmassen zu den Hauptattraktionen. Winter (Dezember–Februar) ist trocken und sonnig, aber kalt (teils unter -10 Grad); dafür sind die Warteschlangen an der Mauer und in der Verbotenen Stadt deutlich kürzer.
  • Fortbewegung: Das U-Bahn-Netz umfasst über 800 Kilometer mit mehr als 450 Stationen und deckt nahezu alle Touristenziele ab. Die Yikatong-Karte (wiederaufladbar, an jedem Schalter erhältlich) gewährt Rabatt auf Fahrpreise und funktioniert auch im Bus. Taxis sind günstig, aber im Stau oft langsamer als die Metro. Didi (chinesisches Uber) funktioniert zuverlässig mit internationaler Kreditkarte und englischer Benutzeroberfläche. Für Hutong-Ausflüge ist ein E-Bike- oder Fahrradverleih praktisch.
  • Planung und Tickets: Die Verbotene Stadt hat ein tägliches Besucherlimit von 80.000 Personen — Eintrittstickets müssen online im Voraus gebucht werden (Website: pm.dpm.org.cn), mit Passnummer und gewünschtem Eintrittsdatum. Badaling-Mauerabschnitt ebenfalls mit Zeitfenster-Ticket. Für das Mao-Mausoleum ist keine Buchung erforderlich, aber die Besuchszeiten (meist Di–So, 8–12 Uhr) sollten vorab geprüft werden. Ein VPN ist für den Zugriff auf chinesische Buchungswebseiten von Deutschland aus empfehlenswert; alternativ direkt über das Hotel buchen lassen.
  • Sicherheit und Etikette: Peking ist für eine Megastadt mit 22 Millionen Einwohnern sehr sicher; Kleinkriminalität gegenüber Touristen ist selten. Fotografieren ist an vielen Militär- und Regierungsgebäuden verboten, und die Regeln werden durchgesetzt. In Tempeln sollten Schultern und Knie bedeckt sein. Das Queuing-System (Warteschlangen) wird in Peking ernster genommen als anderswo in China — respektvolles Einreihen wird erwartet und bemerkt.
  • Kostenüberlegungen: Peking ist für eine Weltstadt erschwinglich. Tagesbudget (Unterkunft im Mittelklasse-Hotel, drei Mahlzeiten, Eintritte und Transport): 80–150 Euro. Straßenessen kostet 2–6 Euro pro Mahlzeit; ein Sitzrestaurant 10–25 Euro. Die Verbotene Stadt kostet 60 CNY (ca. 8 Euro) im Winter und 80 CNY (ca. 11 Euro) im Sommer. Wasserflaschen und Snacks für Mauer-Ausflüge sollten aus der Stadt mitgebracht werden, da die Preise an touristischen Standorten stark erhöht sind.
  • Kulturelle Notizen: Fotografieren mit Einheimischen ist in der Regel willkommen, wenn höflich gefragt — besonders ältere Parkbesucher beim Tai-Chi oder Kalligraphie sind oft geschmeichelt. Trinkgeld ist in China nicht üblich und kann manchmal als unhöflich empfunden werden. In buddhistischen Tempeln ist leises Auftreten angebracht; lautes Telefonieren oder Essen wird negativ wahrgenommen. Kreditkarten werden in touristischen Bereichen zunehmend akzeptiert, aber WeChat Pay oder Alipay sind allgegenwärtig — die Einrichtung eines ausländischen Kontos ist für längere Aufenthalte sinnvoll.
  • Sprache: Mandarin (Putonghua) ist die Amtssprache; Pekinger Mandarin gilt als Aussprache-Standard und ist damit das reinste gesprochene Chinesisch. Englisch wird in Hotels, großen Museen und an touristischen Kassen gesprochen, aber außerhalb dieser Bereiche selten. Google Translate mit heruntergeladenem Chinesisch-Paket für Offline-Nutzung ist unverzichtbar. Die Übersetzungs-App DeepL bietet für Texte oft bessere Ergebnisse. Taxi-Fahrten lassen sich gut mit vorgeschriebenem Zielort auf dem Handy kommunizieren.
  • Zeitzone: China Standard Time (CST), UTC+8. China beobachtet keine Sommerzeit; die Zeitdifferenz zu Deutschland beträgt im Winter 7 Stunden, im Sommer 6 Stunden.